Geiler-Macker.de

Flos kleines Blog

Sachsenring 2012

So versprochen ist versprochen, also mal wieder ein etwas größerer Blog Eintrag. Apropos Blog Eintrag: Sehr ans Herz legen kann ich das Blog von Risk’n’Ride Dieter. Interessante und manchmal provokante Beiträge eröffnen (nicht nur) dem Motorradfahrer eine neue Sichtweise auf sein tun: http://www.riskride.at.

Aber zurück zum Sachsenring. Am vergangenen Donnerstag ging es in aller Frühe los. Gleich doppelt Glück für mich dabei: Grubi hatte den Tag vorher frei und hat sich erbarmt die gelbe Gazelle zu waschen, und das Wetter ist trocken bei Abfahrt.

Mit den gewohnten 20 Minuten Verspätung geht es auf Richtung Sachsenring. Zu der gelben Gazelle (BMW S 1000 RR) und der alten Dame (Yamaha XJ 600 Diversion) gesellen sich im Laufe der Fahrt dann auch noch die Blade, zwei Futuras und eine SM T. Mit diesem Tross geht es forschen Schrittes die B195 entlang. Obwohl ich nicht bei Twitter bin, hatte ich das ganze Wochenende also genug Follower. Smiley

Bis Leipzig hält dann auch das Wetter, von dem üblichen Stau auf der A14 mal abgesehen kommen wir auch zügig voran. Am Schkeuditzer Kreuz tauchen dann aber dunkle Wolken auf und die ersten Schauer beginnen. Keine Lust sehenden Auges ins Unglück zu fahren, also kämpfe schlängele ich mich in der Baustelle nach vorne und mache klar, dass ich die Regenkombi anziehen will. Zack, nächste Abfahrt raus, rauf auf den Tankstellenhof. Und schon beginnt die Diskussion: Die Textilfraktion ist gegen Regenkombi, die Lederfraktion eher dafür. Ein Blick auf das Wetterradar und die Unwetterwarnung spricht für Regenkombi. Diskussion beendet. Richtige Entscheidung, wie sich gleich zeigen wird. Da Motorradfahrer aber nun mal gerne diskutieren, geht die nächste gleich los. Gleich losfahren oder noch ‘nen Kaffee trinken? So viel Zeit muss sein, also rein in die Tankstelle und her mit dem Kaffee. Richtige Entscheidung Nummer zwei. Denn als der Kaffee kommt, brechen draußen alle Dämme.

Innerhalb weniger Minuten fällt so viel Regen, dass der Tankstellenhof zehnzentimeterhoch unter Wasser steht. Dazu Sturmböen, dass die Motorräder trotz Standplatz unter dem Dach pitschnass werden. An Motorradfahren ist bei dem Wetter nicht zu denken, es hilft also nur das Aussitzen. Wären wir jetzt auf der Autobahn unterwegs, hätten wir ein Problem. Ca. eine Stunde nach unserer Ankunft an der Tankstelle ist das Schlimmste vorbei und wir wagen uns – komplett in Regenkleidung gehüllt – wieder auf die Straße, den Endspurt vor Augen.

Angekommen in Niederwiera beginnen die üblichen Rituale: Zimmer beziehen, einen Fahrer zum Döner holen schicken, Bier organisieren und den Tag unterm Carport ausklingen lassen.

Freitag auf zum Ring. Kaiserwetter – so habe ich den Sachsenring in Erinnerung. Am Nachmittag gibt es dann leider doch noch einen kurzen Schauer aber der lässt sich in Regenkombi gut überstehen und kann fast als willkommene Abkühlung durchgehen. Samstag sieht das Ganze schon anders aus. Vormittags noch trocken, aber schon kalt, kommt mittags auch noch Regen hinzu, er erst am späten Nachmittag wieder nachlässt. Die Regenkombi hält so lange dann auch nicht dicht, entsprechend gut ist die Stimmung bei mir. Zum Glück wird’s mit nachlassendem regen dann auch wieder wärmer, so dass die Stimmung wieder steigt und es sich doch lohnt die Junioren noch anzusehen.

Sonntag ist die Welt dann wieder vollständig in Ordnung. Die Sonne knallt und das Einzige, was kurz das Gemüt belastet ist die bohrende Frage, ob es nicht doch ein bisschen asozial ist, morgens um 9 schon Bier zu trinken. Die Antwort ist übrigens eindeutig ausgefallen: Nein, nicht am Sachsenring.

Zwei spannende Rennen in der Moto2 und der MotoGP erleben wir. Dann ziehen kurzzeitig dunkle Wolken auf. Tholle, Grubi und ich entscheiden: Diese Rennpause ist optimal um Flüssigkeit aus dem Körper raus zu lassen und neue rein zu schütten. Gerade haben wir eine der zahlreichen Fressbuden erreicht, brechen erneut alle Dämme. Uns war das egal – wir hatten Essen und standen einigermaßen trocken. Als der Regen nachlässt, wechseln wir rüber zum Bierstand und kümmern uns um den Flüssigkeitshaushalt. Man hört, dass die Moto3 in der Zwischenzeit das Rollout hat, aber das Rennen schein noch nicht gestartet zu sein, obwohl die Zeit ran ist. Erst als der Regen komplett aufhörte gehen wir zurück auf die Tribüne, wo irgendwie alle Pitschnass waren. Wir hingegen konnten unseren natürlichen Bedürfnissen nachgehen, waren satt, nicht mehr durstig und trocken. Richtige Entscheidung Nummer drei. Und wegen des Unwetters war auch noch der Start der Moto3 verschoben, sodass wir das komplette Rennen noch sehen konnten. Alles richtig gemacht.

ALLES RICHTIG GEMACHT hat auch der Italoschwabe Sandro Cortese, der das Moto3 Rennen gewann. Nach 41 Jahren steht damit zum ersten Mal wieder ein Deutscher ganz oben auf dem Treppchen und wir dürfen die deutsche Hymne hören. Schön! Am spannendsten war dann mal wieder das Rennen der Rebull Rookies, die in jeder Runde 3-4 Führungswechsel hatten und völlig furchtlos mit 5 Motorrädern nebeneinander in die Kurve gingen. Faszinierend!

Unser eigenes Rennen lief dann am Montag. Yamaha, Blade und BMW machten sich bei feinstem Sonnenschein auf dem Weg zum Kyffhäuser, wo die Blade mit Kamera ausgestattet wurde ich und ich die Ehre hatte gefilmt zu werden. Auf die Bilder bin ich sehr gespannt, man sieht sich selbst ja sonst nie beim Fahren. Von Kyff aus ging es durch den Harz und dann ab nach Hause. Wie von Schleswig-Holstein gewöhnt, wurden wir an der Landesgrenze von Regen empfangen, so dass das Absteigen nach 11 Stunden und über 600 Tageskilometern dann auch nicht mehr schwer fiel.

Was also bleibt? Ein dickes Grinsen im Gesicht, ein bisschen Wehmut, dass alles schon wieder vorbei ist und das Wissen, dass wir nächsten Jahr wieder dabei sind! Ach ja und bei mir noch die Spannung, wie das Video wohl geworden ist. Smiley mit geöffnetem Mund

Oh das hätte ich fast vergessen: Ein paar wenige Fotos gibt es natürlich auch: http://www.fgrubert.de/galleryserver/Default.aspx?aid=26

Comments (1) -

  • tholle

    7/15/2012 1:26:46 PM |

    Hey Flo,
    ist mal wieder ein sehr unterhaltsamer Bericht geworden. Das WE war natuerlich auch wieder geil. Hoffe, der Rennkalender 2013 laesst ein Wiederkommen meinerseits zu.

    Gruss,
    tholle

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