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Unterwegs mit der Neuen

Donnerstag, der 02.06. Herrentag, oder auch Vatertag genannt. 08:00 Uhr morgens. Eigentlich wollten wir jetzt auf eine nette kleine Tour in den Harz starten. Eigentlich deshalb, weil wir ja immer eine halbe Stunde zu spät starten. Deshalb haben wir diesmal ja auch den Startzeitpunkt um eine halbe Stunde vorverlegt. Und natürlich starten wir erst um 08:40 Uhr, am Ende also doch 10 Minuten zu spät um pünktlich am Treffpunkt in Dömitz zu sein.

Wie zu erwarten war, sind die Tanks leer und der Tag startet mit einem Besuch der Tankstelle. Einer von vielen, wie sich auf Grund des 17 Liter kleinen Tanks, aber großen Durst der neuen BMW noch herausstellen wird. Mit letzterer bin ich das erste Mal auf großer Tour. Und gespannt wie sich die doch etwas extreme Sitzhaltung wohl auf mein Durchhaltevermögen auswirkt. So kommt es dann auch wie es kommen musste: nach einer Stunde wurden die Beine lahm. 50km hinter uns, noch 300 vor uns: Das kann ja heiter werden.

WP_000049_thumb1Ab Dömitz geht es dann zu dritt zügigen Schrittes ‘gen Harz. Dort eine kleine Überraschung: Dem Reiter der gelben Stute geht es besser als erwartet. Ist die Kleine am Ende etwa doch tourentauglich? Im Harz dann die erste Ernüchterung: Der Tunnel an der Rapp-Bode-Talsperre ist gesperrt wegen eines schweren Unfalls. Kurz zuvor kamen uns Rettungswagen und Notarzt entgegen. Betroffene Gesicherter bei einigen der Anwesenden verheißen nichts Gutes, bleibt zu hoffen, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Zwar ist uns die Gefahr bekannt, aber bisher hatten wir immer das Glück keine Unfälle mitzuerleben.

Vom Tunnel aus dann zügigen Schrittes Richtung Kyffhäuser, einmal rauf und runter. Und natürlich das Spektakel dort ansehen. Am Kyff treffen wir dann auch einen vierten bekannten, der uns den Rest des Tages noch ein bisschen durch den Harz begleitet. Abends geht es dann zum traditionellen Bigfoot essen und ein paar Bier und Steinen ins Hotel.

Freitag geht’s dann noch mal zum Torfhaus und ab zum Kyff. Hier ist heute die Hölle los, aber irgendwie liegt ein kleiner Schatten über diesem Wochenende. Bei der Auffahrt zum Kyff werden gerade an zwei Stellen Unfallspuren beseitigt. An beiden scheint es größeren Blechschaden gegeben zu haben. Personenschäden können wir nicht direkt ausmachen aber auch hier findet sich wieder eine Gruppe mit betroffen dreinblickenden Personen unten am Treffpunkt.

WP_000052_thumb4Nun aber ist es Zeit sich aufzuteilen: Ich muss weiter Richtung Ulm, meine Gefährten zurück nach MV. Ich statte auf dem Weg dahin dem Sterngrund noch einen Besuch ab. Da die Zeit jedoch schon stark fortgeschritten ist (schließlich wollte ich schon zwei Stunden früher dort sein) entscheide ich mich von da an für eine Autobahnetappe. Ganz anders als erwartet, ist dies auf dem BMW keine Qual sondern lässt sich tatsächlich gut aushalten. Zumindest so lange man kräftig den Hahn spannt. So sind die 310 km dann auch in knapp 3 Stunden geschafft. Inklusive zwei Tankstopps. Den Hinterreifen freut das weniger. Mich schon, denn ich pünktlich zum Grillen.

Samstag geht’s dann mit Gastgeber und Local-Guide in Personalunion durch das schöne Schwabenland Richtung Bodensee. Sehr nette Kurven gibt es hier und während im Harz noch großer Respekt vor so viel Leistung, vor allem aber vor der Bremswirkung der BMW herrschte, bekomme ich hier langsam immer größeres Vertrauen in die Maschine. Umso mehr nervt, dass der Drehzahlbegrenzer statt bei 14200 U/min immer schon bei 9000 U/min aktiv wird. Ich muss damit dringend zum Händler!

Sonntag ist dann leider schon wieder scheiden angesagt: Ich mache mich auf den Weg von Ulm nach Nürnberg. Vormittags noch in Begleitung, nachmittags auf Grund der steigenden Gewittergefahr dann alleine. Doch ich habe Glück: Außer ein paar Tropfen oder einer nassen Straße bekomme ich nichts ab. Über Nürnberg steht gerade ein schweres Gewitter, als ich kurz nach zwei dort ankomme, also entschließe ich mich noch für eine Runde durch die trockene fränkische Schweiz. Eine gute Entscheidung, wie sich beim Blick auf das Wetterradar herausstellt.

Als ich zurück nach Nürnberg fahre, sind die Straßen feucht. Das veranlasst den Fahrer eines 911er Porsche anscheinend dazu, seine Chance an der Ampel zu wittern, als er mich zum Duell herausfordert. Ich checke kurz den Modus: Rain, das passt. Als die Ampel auf grün springt, prescht der Porsche los. Ich ziehe kräftig am Hahn, lupfe beim Aufleuchten des Schaltblitzes zweimal kurz am Schalthebel (ich liebe diesen Schaltautomaten) und sehe den 911er im Rückspiegel verschwinden. Die drei lokalen Supersportler, die die Sache von hinten beobachteten ebenso. Einer davon ist in Nürnberg dann an der Ampel wieder neben mir. Er grinst und nickt mir zu. Da ich ausnahmsweise für die letzten paar Kilometer keine Ohrenstöpsel drin hatte, kann ich hören wie er seiner Sozia zuruft: “Einfach so den Porsche verblasen. Geil”. Balsam fürs Motorradfahrerego Cooles Smiley.

Abschließendes Fazit: Ich steh total auf meine neue gelbe Gazelle!

Comments (1) -

  • tholle

    1/4/2012 3:33:03 PM |

    schoen geschrieben! Das wird auch dieses Jahr wiederholt, gelle? Hab schon ein paar nette Tagesausfluege geplant.

    gruss,
    tholle

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