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Flo back from hell...

So, nun bin ich schon 5 Tage wieder zurück aus Benicassim, da wird es wohl Zeit mal ein wenig zu berichten. Einfach fällt es nicht, ist die Zahl der Eindrücke doch so riesig gewesen. Und langsam verblassen die Erinnerungen an die Anstrengungen und es überwiegen die Gedanken an die schönen Seiten.

Wir waren in der Gruppe 12 Leute: 2 Schweden, 4 Schweizer, der Rest deutsche, teilweise Hamburger. Der Zusammenhalt war super, muss er aber auch sein. Unsere 3 Tourguides sind waschechte Spaniener, sprachen aber einigermaßen Englisch.

 

Die Tour war deutlich härter als ich (wir alle...) erwartet haben. Wir hatten jede Menge Berge direkt vor der Haustür, der Boden ist halt und felsig. Also genau das Gelände, dass ich überhaupt nicht kenne. Leider begann es für mich gleich am ersten Tag sehr unglücklich: Schon nach ein paar Kilometern bin ich auf einer extrem felsigen Auffahrt gestürzt und dabei ist mir wohl der Lenker genau auf den rechten kleinen Finger gefallen, der dann erstmal kräftig gequetscht war. Ist aber nichts schlimmeres, nicht gebrochen und noch quasi voll funktionstüchtig. Allerdings war das Vertrauen zu den Steinen dann erstmal weg.

 

Die Tourguides (wir fuhren in 3 Gruppen) sind am ersten Tag richtig frei gedreht und haben uns durch das schlimmste Gelände geschickt. Es hieß ständig "Nur noch ein paar einfache Stufen" die es rauf oder runter zu fahren galt. Diese "einfachen Stufen" waren dann aber Stufen zwischen 50 und 150cm Höhenunterschied, mit kräftigen Auswaschungen und Steinen. Bevorzugt mit einer Bremszone dahinter, die nur unwesentlich länger als das Motorrad war, bevor der nächste Baum oder Abhang kommt.

Diverse davon waren mir zu doll, die habe ich dann den Tourguide fahren lassen und bin dann zu Fuß hinterher, was häufig gar nicht so einfach war. Keine Ahnung warum man Strecken hoch oder runterfahren muss, die man nicht mal zu Fuß bewältigt. Smile Für den Guide war das immer alle "ganz einfach, nur Bremse loslassen und bisschen Gas geben". Wie oft ich an dem Tag noch gestürzt bin weiß ich nicht, ich habe irgendwann aufgehört zu zählen. Es ist aber nichts schlimmeres passiert, außer ein paar blauen Flecken.

 

Damit ihr vielleicht mal einschätzen könnt wir schwer es war: Wir waren von 10:00 Uhr bis 17:15 unterwegs. Haben dazwischen 1,5 Stunden Mittag gemacht. Sonst nur auf dem Motorrad gesessen )besser gesagt gestanden), insgesamt an dem Tag aber nur 103Km geschafft. Macht also eine Durschnittsgeschwindigkeit von ca. 18 km.

 

Am ersten Morgen viel die Einschätzung des Fahrlevels ja noch schwer, alle außer mir meinten "Medium", nur ich meinte "Easy". Naja, am zweiten Tag wussten dann fast alle wo der Hammer hängt und es fanden sich direkt drei Gruppen: Easy (Ich), Medium und Hart. Hin und wieder wechselt mal jemand Mittags von Medium ein eine der beiden andern Gruppen und umgekehrt. Es war wirklich schwer sich morgens zu überwinden und wieder los zu fahren. Einer hat sich dann auch entscheiden im Hotel zu bleiben und nicht wieder zu fahren. Zum Glück hat unser Tourguide Angel am Montag ruhiger gemacht. Wir sind ein paar Kilometer ausgetrocknetes Flussbett gefahren (Hölle pur, nur Steine zwischen 5 und 50 cm Durchmesser) und ein bisschen einfachere Wege als am ersten Tag. Da ich noch immer schiss vor den Felsen hatte, musste er die eine oder andere kleine Auf oder Abfahrt für mich fahren. Zurückblickend würde ich sagen, dass der Tag etwas über meinem Level war, aber eigentlich genau richtig, denn nur so entwickelt man sich ja weiter.

 

Am Dienstag, dem dritten Tag, ist dann morgens unser Tourguide nicht erschienen, statt dessen ein neuer für uns. Angel (unser eigentlicher Tourguide) musste Als Segellehrer arbeiten. Neben dem, der Montag schon aussetzte, ist ein weiterer Fahrer am Dienstag nicht mehr an den Start gegangen.

 

Ivan (der neue Tourguide) hat unsere "easy easy" Anweisung dann fast etwas zu ernst genommen. Bei Angel hieß das immer so viel wie "Könntet ihr eventuell alleine schaffen". Bei Ivan war es dann viel Asphalt und Schotterstraßen, er wusste ja nicht was wir am Sonntag schon durchmachen mussten sondern nur, dass er die leichte Gruppe hat. Das Sightseeing war aber eigentlich ganz ok. Am Nachmittag haben wir ihn dann einmal dazu überredet noch einen kleinen etwas heftigeren Teil einzubauen. Wir meinten eigentlich ein Stück trockenes Flussbett, er hat sich dann aber für einen danebenliegenden Single Trail von ca. 30 cm Breite, von denen 10 cm aber ausgewaschene Rinne war, die sich immer von links nach rechts schlängelte. Die Steigungen waren dabei wohl irgendetwas um die 60° im Durchschnitt. Nicht gerade einfach, aber ich habe es tatsächlich fast bis nach ganz oben geschafft.  Erst kurz vor Ende bin ich einmal in die Rinne gerutscht, dann ging nichts mehr weil das Motorrad mit dem Motor aufsaß und die Räder fast frei in der Rinne hingen.

 

Den Mittwoch dann hatten wir frei und haben einen kleinen Ausflug nach Valencia gemacht. Der Donnerstag und Freitag waren dann ganz entspannt. Nicht zu einfach, nicht zu schnell. Ein paar Auffahren hier, ein paar Abfahrten da. Dazwischen und wärenddessen dann gerne mal der ein oder andere Sturz. Auf jeden Fall hat man gemerkt, dass die Fähigkeiten sich deutlich verbessert haben. Waren die ersten Auf- und vor allem Abfahrten am ersten Tag noch sehr sehr vorsichtig, die Füße mehr am Boden als auf dem Motorrad, ging das am Ende doch schon ganz zückig und zackig von Statten.

 

Die Motorräder (KTM EXC 450, 4Takter) sind praktisch unzerstörbar und haben eine unglaubliche Leistung vom Start weg.

 

Nun ja ich denke ich habe erstmal genug erzählt. Ein paar Fotos habe ich natürlich auch gemacht, leider nicht so viele wie man eigentlich machen müsste, denn immer dann wenn es die meiste Action zu fotografieren gäbe, ist man selbst so beschäftigt dass man nicht fotografieren kann. Aber auch die meisten anderen Fahrer haben ein paar Bilder gemacht. Ich habe mich natürlich bereiterklärt eine kleine Gallery einzurichten und hoffe, dass möglichst viele andere ihre Bilder dort hochladen. Ein Bild zeigt zwar meist gar nicht das ganze Ausmaß der Anstrengung, aber tolle Landschaften und für mich die ein oder andere Erinnerung bleiben auf jeden fall. Wer ein bisschen was von dem tollen Erlebnis sehen will seit herzlich dazu eingeladen unter http://www.fgrubert.de/KtmEnduroSpain zu schauen. Und vielleicht werden es in den nächsten Tagen ja noch ein paar Bilder mehr.

 

Und würde ich es wieder machen? Ja, auf jeden Fall. Allerdings werde ich bei der nächsten Tour (so es sie denn gibt) wohl ein etwas erdigeres Gelände wählen, denn wirklich gute Freunde sind wir noch immer nicht: die Felsen und ich.

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