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Flos kleines Blog

4000 Kilometer, 12 Pässe, unzählige Kurven

Schon vorbei, die große Tour. Natürlich unverletzt, natürlich ohne Probleme. Und natürlich war sie verdammt gut. Smile

Aber der Reihe nach. Vorletzten Samstag ging es los. Punkt 8 Start in Kiel und mit leichtem Nieselregen (wie eigentlich immer...) zügigen Schrittes zum Treffpunkt nach Dömitz. Von dort dann zu zweit in den Harz und ab zu Kyff. Mittleierweile hat der Wettergott ein einsehen: Strahlender Sonnenschein begleitet uns. Und erwartungsgemäß ist am Kyff einiges los. Also versuchen wir einen Slot ohne Verkehr abzupassen und prügeln die Ladies den Kyff hoch. In einer Rechtskurve schleift dann auch der Bremshebel auf dem Asphalt: Ein vielversprechender Start. Cool Also weiter zum Ziel des ersten Tages: das Stadtfest in Zella-Mehlis.

Zweiter Tag: Wieder bestes Wetter. Also auf nach Bayern. Nach einer sehr ausgiebigen Mahlzeit stellen wir fest, das der eine oder anderen Schlenker wohl zu viel war und die Sonne sich zügig dem Horizont nähert. Also rauf auf die Autobahn und Strecke machen. Buchstäblich direkt vor Sonnenuntergang erreichen wir das beschauliche Dörfchen Jachenau.

Am nächsten Tag erwartete uns dann der Regen. Zum Glück haben wir erst mal eine Werkstattpause eingeplant: Die Triumph soll neue Schlappen bekommen. Dabei stellt sich heraus, dass es mit der Inspektion in Hamburg nicht weit her war: Kühlwasser ist mau und neue Bremsbeläge sind fällig. Letztere holen wir uns in einer Werkstatt hinter Innsbruck. Hinter Innsbruck lässt dann auch der Regen nach, zum glück bleibt dies unser einziger Regentag. Von dort aus geht es dann über den alten Brenner (sehr schöne Strecke) Richtung Ortisei, unserem Quartier für die nächsten Nächte.

Endlich vollständig in Italien angekommen geht es also am vierten Tag zur Pässe Tour: Über Merano hoch zum Stilfser Joch. Von Norden fahren wir an, was sich im Nachhinein als gute Wahl herausstellt: Die Kehren dort sind extrem eng und hoch fährt sich das kontrollierter als runter. Ab 2500 Metern erwartet uns dann auch der Schnee: zum Glück nur neben der Straße. Richtung Süden verlassen wir das Joch wieder und die Straße dort ist besser ausgebaut, die Kurven weiter. Optimal zum entspannten cruisen. Den Rest des Tages wedeln wir über ein paar Passstraßen zurück Richtung Ortisei. Die ein oder andere Straße hat den Namen kaum verdient: Nur etwas breiter als ein Radweg schlängelt sie sich ohne Absicherung durch das Gebirge.

Am Mittwoch geht es dann Richtung Osten, über ein paar Pässe nach Cortina d'Ampezzo. Die Straßen durch die Dolomiten sind besser ausgebaut, machen aber nicht weniger Spaß. Um auch ein wenig Kultur mitzunehmen, fahren wir mit der Seilbahn auf den Monte Cristallo, nach dem Torfana di Mezzo der zweithöchste Berg bei Cortina d'Ampezzo. Der Ausblick von hier ist beeindruckend.

Donnerstags heißt es dann: Arrivederci Italia. Über das Timmelsjoch verlassen wir Italien Richtung Österreich. Leider ist es heute etwas bedeckt und die Wolken am Joch sind so dicht, dass sie für ein beeindruckendes Naturschauspiel, stellenweise aber auch nur null Sicht bedeuten. Zum Glück muss ich einfach nur dem Rücklicht vor mir folgen. Laughing In Österreich klart der Himmel dann auf, so dass wir zügigen Schrittes noch bis hinter Augsburg kommen und uns dort ein Quartier suchen.

Am vorletzten Tag ging es dann recht unspektakulär über die Rhön Richtung Harz. Hier kehren wir in unserem geliebten Benneckenstein ein und genehmigen uns wieder ein Schnitzel Bigfoot (das ist eine Fischplatte mit einem formatfüllenden Schnitzel).

Am Samstagmorgen leistet sich die Suzi dann ihre einzige Schwäche: die Batterie scheint die kalte Nacht im Harz nicht überstanden zu haben, anschieben ist angesagt. Zurück in der Heimat wird sich herausstellen, dass kaum noch Wasser auf der Batterie ist. Nach dem wiederauffüllen ist alles wieder gut. Wo selbiges hin verschwunden ist, bleibt erst mal ein Geheimnis.

Letztendlich sind wir also heil zurück. Eine Menge Fotos gibt es auch: http://www.fgrubert.de/galleryserver/Default.aspx?aid=21

Kurvenhatz im Harz und Umgebung

Sonntagmorgen, 08:00 Uhr. Der Wecker klingelt, aber Körper und Geist sind sich einig: Das muss ein Fehlalarm sein, einfach ignorieren! Naja irgendwie habe ich mich dann doch noch hochgequält und um 09:15 dann auch endlich das Motorrad beladen. Bereit zur Abfahrt und das nur 15 Minuten nach dem Zeitplan, Respekt. Der Himmel ist zwar gnädig und hält die Schleusen geschlossen, aber der allgegenwärtige Wasserfilm auf den Straßen sorgt dafür, dass man trotzdem kräftig durchnässt. Nasse Straßen, Sonntagsfahrer (wo kommen die eigentlich alle her?), der Drang den Kaffee wieder heraus zu lassen und die ein oder andere Baustelle sorgen dann dafür, dass ich gut 30 Minuten zu spät am Treffpunkt in Dömitz bin. Aber: die Sonne lacht endlich und der Harz ruft. Gute Laune macht sich bei uns beiden breit.

Also kurze Streckenplanung. Schierke als Tagesziel auserkoren, rauf auf den Bock und ab geht die Post. Abends sind wir in einer Pension in Schierke eingekehrt und haben die wohl zarteste Hachse, die man so machen kann, gegessen. Super lecker, schade nur dass 500g Hachse eher Vorspeisencharacter haben.

Am Montagmorgen lacht uns die Sonne entgegen und lädt uns ein, den Harz zu erforschen. Natürlich nehmen wir die Einladung an und bewegen die Moppeds hin und wieder auch mal ein bisschen schräg ums Eck. Alles ganz entspannt versteht sich, wir sind ja nicht zu rasen da.  Die örtliche Rennleitung ist auch äußerst freundlich und weist mit großen Hinweistafeln auf landschaftlich besonders reizvolle Strecken hin: "Viele Motorradunfälle" oder "Sturzgefahr 36 mal" (na wer weiß von welchem Berg ich rede?).

Hervorragend war die Idee von Auer, den Kyffhäuser hoch zu fahren. Wer dort einmal hoch ist, weiß warum dieses Stück Straße in allen Foren berühmt berüchtigt ist. Abends sind wir dann bei Auers Verwandten im Thüringer Wald eingekehrt. Echte Thüringer Bratwurst satt. Himmlisch!

Dienstag ging's dann zurück in den Harz, hier und da Kurven gesucht und gefunden.

Und am Mittwoch war dann leider auch schon Schluss. Noch eine ausgedehnte Runde durch den Harz und rauf auf die B3 Richtung Hamburg, Die mühsam erarbeiteten Rundungen im Reifen weichen schon kurzer Zeit einer flachen Ebene. Und die Tatsache, dass auf die "Vorsicht Kurve"-Schilder keine Kurve folgt lässt und sicher sein: Wir sind wieder im Norddeutschen Flachland.

Was bleibt?

  • Ein deutlich geändertes Verhältnis zu Kurven,
  • ein deutlich verbessertes Verhältnis zu deutschen Mittelgebirgen und
  • die Gewissheit, dass ich zurückkehren werde!