Geiler-Macker.de

Flos kleines Blog

Das ewige Eis

Wir schreiben den 10.02.2010. Noch immer ist die Polarstation "Kiel" in das ewige Eis des norddeutschen Flachlandes gehüllt. Schien sich das Wetter in den letzten Tagen zu bessern, haben die arktischen Stürme heute kräftig bewiesen, dass die Luft noch lange nicht raus ist... Um dem Wahnsinn vorzubeugen, habe ich mich am Freitag auf eine dreitägige Expedition zur weiter östlich gelegenen Station "Mirow" gemacht. Die Lage dort ist noch deutlich dramatischer. Glücklichweise war das Wetter stabil und ein Durchkommen mit der Pistraupe möglich...

Ob ich jetzt völlig durchgedreht bin? Nicht mehr als sonst, aber langsam könnte mal der Frühling einsetzen, sonst muss ich doch noch mit Skijöring (http://www.youtube.com/watch?v=J59WOApsEiI) oder Snow Speedhill (http://www.youtube.com/watch?v=YttIcIZSEZ4) anfangen (wobei letzteres ja eine Option wäre, wenn es hier nur irgendwo Hügel geben würde...). Also, wer möchte mein Beifahrer beim Speedjöring sein?

Dumme Gedanken zu Weihnachten...

Nun ist es so weit: Einmal werden wir noch wach, heißa dann ist Weihnachtsnacht. Und was macht man so an Weihnachten? Urlaub. Und was passiert im Urlaub? Man kommt auf dumme Gedanken. Verdammt dumme Gedanken. So geht's mir also auch und ich erwische mich wirklich dabei, ernsthafte Vorbereitungen für den nächsten Endurourlaub zu treffen. Verdammt!

Na gut, ich gebe mich dem Verlangen wohl zu geschlagen und innerlich habe ich schon gebucht: Rumänien soll es werden, Ende September ist eine reizvolle Tour. Es hilft wohl nichts: Ich denke im neuen Jahr wird der Urlaub beantragt und die Tour gebucht. Und da ich mitlerweile ein paar Leute angefixt habe, werden wir mal schauen ob ich diesmal vielleicht nicht alleine fliege.

In diesem Sinne wünsche ich schon mal frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Bewegte Bilder...

Während die Bildersammlung im Web mittlerweile auf beachtliche 1,6GB angewachsen ist, haben wir heimlich, still und leise auch ein paar Videos über einen FTP Server ausgetauscht, der von einem der Schweden gestellt wurde. Einer der Schweizer hatte eine Helmkamera dabei, die er ab dem zweiten Tag rege nutzte. Die Videos alle online zu stellen würde meine Serverkapazitäten doch recht ausreizen, immerhin sind das noch mal 2,9 GB an Videomaterial.

Aber ich habe aus den Videos und ein paar Bildern mal eine kleine Compilation zusammengeschnitten. Quasi eine Art "12 Minuten best of Spanien". Wen es interessiert, der seit herzlich eingeladen, sich den Film online anzusehen. Und wem die (fürs Web reduzierte) Qualität nicht reicht, oder wer einfach nur mehr sehen möchte, darf natürlich gerne mal bei mir vorbeischauen und die DVD Variante schauen Wink.

Zum Film: Endurotour Spanien_small.wmv (89,47 mb)

In diesem Sinne: Schönen Tag noch!

Flo back from hell...

So, nun bin ich schon 5 Tage wieder zurück aus Benicassim, da wird es wohl Zeit mal ein wenig zu berichten. Einfach fällt es nicht, ist die Zahl der Eindrücke doch so riesig gewesen. Und langsam verblassen die Erinnerungen an die Anstrengungen und es überwiegen die Gedanken an die schönen Seiten.

Wir waren in der Gruppe 12 Leute: 2 Schweden, 4 Schweizer, der Rest deutsche, teilweise Hamburger. Der Zusammenhalt war super, muss er aber auch sein. Unsere 3 Tourguides sind waschechte Spaniener, sprachen aber einigermaßen Englisch.

 

Die Tour war deutlich härter als ich (wir alle...) erwartet haben. Wir hatten jede Menge Berge direkt vor der Haustür, der Boden ist halt und felsig. Also genau das Gelände, dass ich überhaupt nicht kenne. Leider begann es für mich gleich am ersten Tag sehr unglücklich: Schon nach ein paar Kilometern bin ich auf einer extrem felsigen Auffahrt gestürzt und dabei ist mir wohl der Lenker genau auf den rechten kleinen Finger gefallen, der dann erstmal kräftig gequetscht war. Ist aber nichts schlimmeres, nicht gebrochen und noch quasi voll funktionstüchtig. Allerdings war das Vertrauen zu den Steinen dann erstmal weg.

 

Die Tourguides (wir fuhren in 3 Gruppen) sind am ersten Tag richtig frei gedreht und haben uns durch das schlimmste Gelände geschickt. Es hieß ständig "Nur noch ein paar einfache Stufen" die es rauf oder runter zu fahren galt. Diese "einfachen Stufen" waren dann aber Stufen zwischen 50 und 150cm Höhenunterschied, mit kräftigen Auswaschungen und Steinen. Bevorzugt mit einer Bremszone dahinter, die nur unwesentlich länger als das Motorrad war, bevor der nächste Baum oder Abhang kommt.

Diverse davon waren mir zu doll, die habe ich dann den Tourguide fahren lassen und bin dann zu Fuß hinterher, was häufig gar nicht so einfach war. Keine Ahnung warum man Strecken hoch oder runterfahren muss, die man nicht mal zu Fuß bewältigt. Smile Für den Guide war das immer alle "ganz einfach, nur Bremse loslassen und bisschen Gas geben". Wie oft ich an dem Tag noch gestürzt bin weiß ich nicht, ich habe irgendwann aufgehört zu zählen. Es ist aber nichts schlimmeres passiert, außer ein paar blauen Flecken.

 

Damit ihr vielleicht mal einschätzen könnt wir schwer es war: Wir waren von 10:00 Uhr bis 17:15 unterwegs. Haben dazwischen 1,5 Stunden Mittag gemacht. Sonst nur auf dem Motorrad gesessen )besser gesagt gestanden), insgesamt an dem Tag aber nur 103Km geschafft. Macht also eine Durschnittsgeschwindigkeit von ca. 18 km.

 

Am ersten Morgen viel die Einschätzung des Fahrlevels ja noch schwer, alle außer mir meinten "Medium", nur ich meinte "Easy". Naja, am zweiten Tag wussten dann fast alle wo der Hammer hängt und es fanden sich direkt drei Gruppen: Easy (Ich), Medium und Hart. Hin und wieder wechselt mal jemand Mittags von Medium ein eine der beiden andern Gruppen und umgekehrt. Es war wirklich schwer sich morgens zu überwinden und wieder los zu fahren. Einer hat sich dann auch entscheiden im Hotel zu bleiben und nicht wieder zu fahren. Zum Glück hat unser Tourguide Angel am Montag ruhiger gemacht. Wir sind ein paar Kilometer ausgetrocknetes Flussbett gefahren (Hölle pur, nur Steine zwischen 5 und 50 cm Durchmesser) und ein bisschen einfachere Wege als am ersten Tag. Da ich noch immer schiss vor den Felsen hatte, musste er die eine oder andere kleine Auf oder Abfahrt für mich fahren. Zurückblickend würde ich sagen, dass der Tag etwas über meinem Level war, aber eigentlich genau richtig, denn nur so entwickelt man sich ja weiter.

 

Am Dienstag, dem dritten Tag, ist dann morgens unser Tourguide nicht erschienen, statt dessen ein neuer für uns. Angel (unser eigentlicher Tourguide) musste Als Segellehrer arbeiten. Neben dem, der Montag schon aussetzte, ist ein weiterer Fahrer am Dienstag nicht mehr an den Start gegangen.

 

Ivan (der neue Tourguide) hat unsere "easy easy" Anweisung dann fast etwas zu ernst genommen. Bei Angel hieß das immer so viel wie "Könntet ihr eventuell alleine schaffen". Bei Ivan war es dann viel Asphalt und Schotterstraßen, er wusste ja nicht was wir am Sonntag schon durchmachen mussten sondern nur, dass er die leichte Gruppe hat. Das Sightseeing war aber eigentlich ganz ok. Am Nachmittag haben wir ihn dann einmal dazu überredet noch einen kleinen etwas heftigeren Teil einzubauen. Wir meinten eigentlich ein Stück trockenes Flussbett, er hat sich dann aber für einen danebenliegenden Single Trail von ca. 30 cm Breite, von denen 10 cm aber ausgewaschene Rinne war, die sich immer von links nach rechts schlängelte. Die Steigungen waren dabei wohl irgendetwas um die 60° im Durchschnitt. Nicht gerade einfach, aber ich habe es tatsächlich fast bis nach ganz oben geschafft.  Erst kurz vor Ende bin ich einmal in die Rinne gerutscht, dann ging nichts mehr weil das Motorrad mit dem Motor aufsaß und die Räder fast frei in der Rinne hingen.

 

Den Mittwoch dann hatten wir frei und haben einen kleinen Ausflug nach Valencia gemacht. Der Donnerstag und Freitag waren dann ganz entspannt. Nicht zu einfach, nicht zu schnell. Ein paar Auffahren hier, ein paar Abfahrten da. Dazwischen und wärenddessen dann gerne mal der ein oder andere Sturz. Auf jeden Fall hat man gemerkt, dass die Fähigkeiten sich deutlich verbessert haben. Waren die ersten Auf- und vor allem Abfahrten am ersten Tag noch sehr sehr vorsichtig, die Füße mehr am Boden als auf dem Motorrad, ging das am Ende doch schon ganz zückig und zackig von Statten.

 

Die Motorräder (KTM EXC 450, 4Takter) sind praktisch unzerstörbar und haben eine unglaubliche Leistung vom Start weg.

 

Nun ja ich denke ich habe erstmal genug erzählt. Ein paar Fotos habe ich natürlich auch gemacht, leider nicht so viele wie man eigentlich machen müsste, denn immer dann wenn es die meiste Action zu fotografieren gäbe, ist man selbst so beschäftigt dass man nicht fotografieren kann. Aber auch die meisten anderen Fahrer haben ein paar Bilder gemacht. Ich habe mich natürlich bereiterklärt eine kleine Gallery einzurichten und hoffe, dass möglichst viele andere ihre Bilder dort hochladen. Ein Bild zeigt zwar meist gar nicht das ganze Ausmaß der Anstrengung, aber tolle Landschaften und für mich die ein oder andere Erinnerung bleiben auf jeden fall. Wer ein bisschen was von dem tollen Erlebnis sehen will seit herzlich dazu eingeladen unter http://www.fgrubert.de/KtmEnduroSpain zu schauen. Und vielleicht werden es in den nächsten Tagen ja noch ein paar Bilder mehr.

 

Und würde ich es wieder machen? Ja, auf jeden Fall. Allerdings werde ich bei der nächsten Tour (so es sie denn gibt) wohl ein etwas erdigeres Gelände wählen, denn wirklich gute Freunde sind wir noch immer nicht: die Felsen und ich.

Die Pferde sind gesattelt... Auf geht's...

Es ist so weit, morgen geht es los. Das wohl Schwierigste liegt allerdings schon hinter mir: Das packen. Das packen selbst folgt dem Motto "Tetris für Profis".

Für den kurzen Eindruck: Alles was auf dem Bett liegt muss in die beiden Taschen die rechts daneben. Plus die Stiefel natürlich.

Wie das funktioniert? Erstaunlich einfach: Alles verpackt ohne zu quetschen. Doch dann der Moment der Wahrheit: Die Waage. Klar: Fast 2 KG Übergewicht. Also Taschen wieder auf: Abspecken!

Zuerst fliegt mal das raus, wovon man eh immer zu viel mit hat: ein paar T-Shirts, eine der Hosen, ein Pullover. Resultat: Noch immer leichtes Übergewicht. Außerdem fehlt noch die Waschtasche im Gepäck, die alleine unglaubliche 1,6 KG auf die Waage bringt. Also noch mal ausmisten: Die Endurojacke raus aus dem Gepäck, dafür die Freizeitjacke rein. Wird morgen eben erstere angezogen, auf dem Hinflug unproblematisch, auf dem Rückflug... naja, bis dahin ist ja noch Zeit! Regenjacke und Regenhose raus aus dem Koffer, rein in den Helm und damit ins Handgepäck. Noch eine kurze Hose raus, so warm wird es eh nicht mehr. Resultat: 17,9 KG. Volltreffer, da wollte ich hin. Das ist ausreichend für die Waschtasche und ein bisschen (Angst-)schweiß in den Klamotten auf der Rücktour.

So weit ist also alles bereit. Morgen früh um 7 wird losgefahren, und so denn alles gut geht, sitze ich am Sonntagmorgen um 09:30 auf dem Motorrad. Cool

Staatsfeind Nr 1

Jupp, ich werde diskriminiert! Ist mal jemandem aufgefallen, dass es Reitwege gibt, es gibt Radwege und Fußwege. Es gibt Straßen, die für Motorradfahrer gesperrt sind. Aber wo sind eigentlich Motorradwege? Wege die nur mit dem schwächsten aller motorisierten Gefährte befahren werden dürfen? Ist es nicht Aufgabe des Staates die Schwachen zu schützen, statt sie zu diskriminieren?

Konkretes Beispiel dieses Wochenende: Man fährt gemütlich durch den Wald, genießt die nette Natur und sieht in weiter Ferne ein paar Passanten des Weges schlendern. Also Tempo gedrosselt und langsam dran vorbei gerollt. Statt jedoch anerkennendem Dank für diese Rücksicht, bekommt man nur einen kalten "Dein Glück du Arsch"-Blick.

Kurz darauf das Tempo wieder erhöht, doch ein paar Kilometer weiter erscheint ein Pferd samt Reiter am Horizont. Also Motor aus, gewartet und im eigenen Saft geschmort, bis Ross und Reiterin vorbei sind. Ein freundliches "Dankeschön"? Fehlanzeige. Da kommt einem doch die Frage warum man überhaupt angehalten hat, schließlich würde nicht mein "Pferd" durchgehen, sondern ihres.

Es bleibt also die Erkenntnis, dass die Gesellschaft nicht reif für eine Jugend ist, die ihre Zeit NICHT nur mit Biertrinken verbringt.

So ich schreibe jetzt meinem Abgeordneten und setze mich für mehr Rechte ein. Yell Für das nächste Wochenende bleibt nur die Hoffnung auf schlechtes Wetter: Die KTM stört es nicht, aber die nervigen Passanten schon. Die bleiben dann nämlich dort wo sie hingehören: In ihren Wohnungen, wo die verdorbene Jugend sie nicht stört.

Ach ja: Ja ich zähle mich noch zur Jugend. Und das es Momente gibt, in denen ich freiwillig anhalte um das schöne Bild zu genießen ist ein Zeichen von Reife, nicht des Alters! Cool

Naja für das nächste Übungswochenende brauche ich wohl sowieso neue Ziele. Wenn ich mir das Track-log so ansehen glaube ich, die Nordost-Ecke um Mirow ist mir langsam bekannt.

Der Wiedereinstieg - Die Erste

Das erste Mal seit langem zurück auf der Enduro. Nach dem ersten "Ui so hoch war die doch früher nicht" stellt sich schnell wieder eine gewisse Gewohnheit ein und das Tempo wird höher, der Griff sicherer. Nun ja, bis zu den ersten zwei zügigen Wasserdurchfahrten. Schwupps, der Fahrer komplett ist nass, das Mopped sowieso. Erster kann 's ab, letzteres nicht. Der Bock zickt sofort und versagt den Dienst.

Ein paar (mal mehr...) kräftig auf den Kickstarter, der Motor läuft, aber an Gasannahme ist nicht zu denken. Also ein bisschen rödeln lassen, langsam aber sicher scheint das Wasser sich aus den Öffnungen zu verziehen und der Bock wird wieder willig. Also weiter geht's, von jetzt an etwas ruhiger durchs Wasser. Naja, wenn es geht. Ein größeres Wasserloch gibt sich leider etwas spät zu erkennen und ist auch tiefer als Gedacht. Erneut ein Schwupps, diesmal wird bis zum Helm geduscht. Diesmal ist's umgekehrt: Der Bock hat's gut überstanden, der Fahrer weniger begeistert.

Keine Zeit zum Meckern, Kilometer spulen!

Von jetzt an geht's gut. Mitten im Wald kommt mir der Besitzer der kleinen KTM mit Fahrrad und Hund entgegen. Ein kurzer Plausch, weiter geht's.

Ein paar Kilometer weiter: Hey, nette Ecke, da kann man richtig reinhalten. Gesagt, getan. Rum, Gas auf. Das Hinterrad deckt die kleine Moosschicht von der Wurzel ab, kann sich mit dem nassen Holz selbiger nicht einigen, versucht also zu entkommen. Zügig überholt das Hinterrad das Vorderrad, selbiges weicht daher nach links aus und macht es sich im Erdwall bequem. Das ganze Mopped findet die Idee gut. Der Fahrer zwar nicht, gibt aber nach und legt sein Bein schützend und ehrfurchtsvoll zwischen Motorrad und Erdwall. Nett von ihm Smile. Freikämpfen, aufstehen, wichtige und unwichtige Teile wieder gerade biegen, ordentlich auf den Kickstarter einprügeln (was bin ich froh, dass es in Spanien E-Starter gibt), umdrehen (also zurück in die Richtung in die man eigentlich wollte) und wieder weiter.

Die letzten Kilometer sind zügig und unspektakulär. Alles in allem eine normale Ausfahrt mit einer Enduro.

Was bleibt? Erkenntnisse die nicht neu, aber in Vergessenheit geraten sind:

  • Enduro fahren ist doch mehr als nur Motorrad fahren auf Sand
  • Jeder Euro der in Protektoren (oder Beamtendeutsch: "Fixierungshilfe", quasi ein Gips zum Umschnallen als Schutz vor einem dauerhaften Gips) gesteckt wird ist ein guter Euro
  • Wer nicht stürzt ist nicht gefahren sondern gerollert.
  • Enduro fahren macht Spaß! (wo sonst kann man in freier Natur 500m neben einer Herde Rehe umherfahren)

Urlaub mal anders

Dass ich im Urlaub eher selten untätig am Strand rumliege ist ja mehr oder weniger bekannt. Ich finde ein bisschen Bewegung und körperliche Arbeit gehört durchaus zur Entspannung dazu. Stellt sich also die Frage: Was tun im November? Die Antwort: Nach Spanien fliegen und Enduro fahren. Surprised

Gesagt getan: KTM Adventure Tours hat noch ein Plätzlichen und ein Motorrad für mich frei, also fix gebucht. Naja gut, ganz so schnell nicht. Ich habe mir das Ganze schon eine Weile überlegt, schließlich wird das vermutlich kein Spaziergang. Außerdem liegt meine Zeit mit der Enduro auch schon ein paar Tage zurück und die entsprechende Schutzausrüstung muss neu angeschafft werden. Aber endlich die Chance wieder zurück zu den Wurzeln zu kommen und ordentlich Spaß zu haben.

Bleibt also noch ein Monat um die Ausrüstung zu erweitern, die Fahrtechnik wieder aufzufrischen und ein bisschen die Kondition zu verbessern. Und wer kann bei Aussichten wie diesen oder vor allem solchem Spaß schon verzichten?

Kurvenhatz im Harz und Umgebung

Sonntagmorgen, 08:00 Uhr. Der Wecker klingelt, aber Körper und Geist sind sich einig: Das muss ein Fehlalarm sein, einfach ignorieren! Naja irgendwie habe ich mich dann doch noch hochgequält und um 09:15 dann auch endlich das Motorrad beladen. Bereit zur Abfahrt und das nur 15 Minuten nach dem Zeitplan, Respekt. Der Himmel ist zwar gnädig und hält die Schleusen geschlossen, aber der allgegenwärtige Wasserfilm auf den Straßen sorgt dafür, dass man trotzdem kräftig durchnässt. Nasse Straßen, Sonntagsfahrer (wo kommen die eigentlich alle her?), der Drang den Kaffee wieder heraus zu lassen und die ein oder andere Baustelle sorgen dann dafür, dass ich gut 30 Minuten zu spät am Treffpunkt in Dömitz bin. Aber: die Sonne lacht endlich und der Harz ruft. Gute Laune macht sich bei uns beiden breit.

Also kurze Streckenplanung. Schierke als Tagesziel auserkoren, rauf auf den Bock und ab geht die Post. Abends sind wir in einer Pension in Schierke eingekehrt und haben die wohl zarteste Hachse, die man so machen kann, gegessen. Super lecker, schade nur dass 500g Hachse eher Vorspeisencharacter haben.

Am Montagmorgen lacht uns die Sonne entgegen und lädt uns ein, den Harz zu erforschen. Natürlich nehmen wir die Einladung an und bewegen die Moppeds hin und wieder auch mal ein bisschen schräg ums Eck. Alles ganz entspannt versteht sich, wir sind ja nicht zu rasen da.  Die örtliche Rennleitung ist auch äußerst freundlich und weist mit großen Hinweistafeln auf landschaftlich besonders reizvolle Strecken hin: "Viele Motorradunfälle" oder "Sturzgefahr 36 mal" (na wer weiß von welchem Berg ich rede?).

Hervorragend war die Idee von Auer, den Kyffhäuser hoch zu fahren. Wer dort einmal hoch ist, weiß warum dieses Stück Straße in allen Foren berühmt berüchtigt ist. Abends sind wir dann bei Auers Verwandten im Thüringer Wald eingekehrt. Echte Thüringer Bratwurst satt. Himmlisch!

Dienstag ging's dann zurück in den Harz, hier und da Kurven gesucht und gefunden.

Und am Mittwoch war dann leider auch schon Schluss. Noch eine ausgedehnte Runde durch den Harz und rauf auf die B3 Richtung Hamburg, Die mühsam erarbeiteten Rundungen im Reifen weichen schon kurzer Zeit einer flachen Ebene. Und die Tatsache, dass auf die "Vorsicht Kurve"-Schilder keine Kurve folgt lässt und sicher sein: Wir sind wieder im Norddeutschen Flachland.

Was bleibt?

  • Ein deutlich geändertes Verhältnis zu Kurven,
  • ein deutlich verbessertes Verhältnis zu deutschen Mittelgebirgen und
  • die Gewissheit, dass ich zurückkehren werde!

Der Lohn der Arbeit

Was lange währt. wird endlich gut. Die ein oder andere Schrauberaktion später ist der Bock endlich fit, genau richtig zur bevorstehenden Tour morgen.

Die Probefahrt heute mit der überholten Gabel war äußerst zufriedenstellend: Kleine Huckel werden souverän weggebügelt, das Einnicken bei kräftigen Bremsvorgängen wird klasse abgeblockt. Auch die Arbeiten an der Bremse haben das Ziel locker übererfüllt: Klarer Druckpunkt, ordentliches Feedback, konstante Bremsdruckentfalten. So macht's Fahren Spaß. Jammern auf hohem Niveau: Das Federbein hinten ist jetzt spürbar zu weich. Aber der Winter ist ja in Sicht und wird sicher lang... Cool

Das Wetter für morgen ist zwar nicht rosig, aber voraussichtlich halbwegs trocken. Die Abfahrt also fest eingeplant. Und vielleicht beschert uns Petrus ja doch noch ein paar Sonnenstunden.